
Wer Video‑Podcasts oder Online‑Trainings produziert, kennt das Dilemma: Entweder spricht man frei und riskiert, wichtige Punkte zu vergessen – oder klebt man am Skript und verliert jeden Augenkontakt zur Kamera. Genau zwischen diesen Polen bewegt sich mein aktuelles Setup mit der OBSBOT Tiny 3, Riverside.fm und einem integrierten Teleprompter.
Am Anfang stand bei mir vor allem Riverside.fm als Studio für hochwertige Remote‑Aufnahmen. Riverside bringt inzwischen selbst einen Teleprompter im Browser mit, der direkt im Aufnahme‑Interface läuft. Das funktioniert erstaunlich gut – aber nur, solange die Kamera exakt dort sitzt, wo auch der Text erscheint. Sobald die Webcam woanders hängt, schaut man für die Zuschauer sichtbar „an ihnen vorbei“. Gleiches gilt für mein professionelles, sehr teures Setup mit Sony Alpha 7 IV und Elgato Teleprompter.
An diesem Punkt wurde die OBSBOT Tiny 3 (solectric Shop) spannend. Die Kamera bringt nicht nur 4K, PTZ‑Funktionen und KI‑Tracking, sondern in der OBSBOT‑Center‑Software auch einen eigenen, integrierten Teleprompter mit, der als Overlay auf das Kamerabild gelegt und dann als virtuelle Kamera an andere Anwendungen durchgereicht wird. Die Folge: Ich kann das Skript direkt dort einblenden, wo die Linse ist – egal, ob ich in Riverside.fm, OBS Studio, VMIX, Streamyard, Descript, Zoom, Microsoft Teams oder einer anderen App arbeite.
In der Praxis sieht das so aus: Ich starte OBSBOT Center, aktiviere den Teleprompter, lade mein Skript und justiere Schriftgröße, Scroll‑Geschwindigkeit und Hintergrund‑Transparenz so, dass ich bei meinem typischen Sitzabstand entspannt lesen kann. Danach wähle ich in Riverside.fm einfach die OBSBOT‑VirtualCam Kameraquelle – schon sehen meine Gäste und Zuschauer das saubere 4K‑Bild der Tiny 3, während ich gleichzeitig den Text direkt neben der Linse im Blick habe. Für Microsoft Teams funktioniert es im Prinzip genauso: Virtual Cam in OBSBOT Center aktivieren, in Teams als Kamera auswählen, fertig. Im OBSBOT Center lassen sich unter anderem Schriftgröße, Scroll‑Geschwindigkeit und Hintergrund‑Deckkraft individuell anpassen. In der Praxis bedeutet das, dass Anwender die Lesbarkeit an Monitorgröße, Abstand und persönliche Präferenzen anpassen können, ohne auf externe Teleprompter‑Apps ausweichen zu müssen
Spannend wird es, wenn man das Ganze mit Augenkorrektur kombiniert. Die Tiny 3 nutzt Nvidias Maxine‑Technologie, um den Blick künstlich in Richtung Kamera zu „drehen“, wenn man eigentlich am Bildschirm vorbeischaut. Besonders für kurze Intros oder Promo‑Snippets kann das den wahrgenommenen Eye‑Contact drastisch verbessern – gerade wenn man gleichzeitig im Riverside‑Interface seine Gäste und den Teleprompter im Blick behalten möchte. Die Kehrseite: Das Feature benötigt eine kompatible Nvidia‑GPU und kann bei längeren Sessions künstlich wirken, vor allem wenn man weit an der Linse vorbeischaut oder eine starke Reflexion in der Brille hat – gründlich Qualität des Ergebnisses messen! Wichtig ist es, zu erwähnen, dass neben der NVIDIA-Grafikkarte auch der Download der AR-Software erforderlich ist. Danach ist “Eye-Tracking” unter “Beauty” aktivierbar:

Für meinen Workflow hat sich daher ein Mittelweg etabliert:
Das eigentliche Learning aus diesen Experimenten: Teleprompter und Augenkorrektur sind am stärksten, wenn sie das Sprechen erleichtern, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ein gut justierter Teleprompter, der nahe an der Linse liegt, verändert das Verhalten vor der Kamera nachhaltig – man traut sich mehr Struktur ins Skript und wirkt trotzdem persönlich. Die OBSBOT Tiny 3 (solectric Shop) und ihre Software bieten dafür einen sehr eleganten Kompromiss zwischen integrierter Lösung und maximaler Flexibilität mit Riverside.fm und Teams – spart Euch das Geld für einen externen Teleprompter.
Weitere Ressourcen zur OBSBOT Tiny 3:
The post Teleprompter‑Workflow mit OBSBOT Tiny 3 AI-Webcam optimieren first appeared on Ragnar Heil (MVP): Empowering M365 with AI.
Original Post https://ragnarheil.de/teleprompter-workflow-mit-obsbot-tiny-3-ai-webcam-optimieren/






